Kongresse
Braunschweig
2011: „Stimme – Sprache – Kognition: Von A(VWS)
bis Z(appelphilipp)
Informationen folgen in Kürze!
Lesen
Sie hier über bereits abgehaltene Kongresse:
76.
Kongress „Stimme und Sprache in Erziehung und
Bildung“ 26.-29.
März 2009 in
Bochum
Die
Ergebnisse der PISA-Studie belegten, dass die Bildungschancen von
Kindern wesentlich von deren Laut-und Schriftsprachkompetenz
bestimmt werden. Diese hängt von der Qualität und
Quantität der Anregung und Förderung, vom Hörvermögen
und weiteren Sinnesfunktionen sowie von der intellektuellen und
motorischen Begabung der Kinder ab. Die Ursachen für
Spracherwerbsstörungen klassifiziert man heute in B)
„Spracherwerbsstörungen bei Komorbiditäten“
(z.B. Hörstörungen, andere Sinnesstörungen,
motorische und intellektuelle Entwicklungsstörungen,
Syndrome, u.v.m.) und C) Spracherwerbsstörungen durch
ungünstige Umgebungsbedingungen (AWMF-Leitlinie Reg. Nr.
049/006).
Die Ursachen machen deutlich, dass ärztliche bzw.
medizinische und erzieherische bzw. pädagogische Disziplinen
gleichermaßen gefordert sind, die Entwicklungsbedingungen
der Kinder zu optimieren. Weltweit ist man heute der Meinung, dass
diese Optimierung nicht erst im Schulalter, sondern im
Kindergarten- und Vorschulalter einsetzen sollte. Dies war das
übergreifende Thema des 76. Kongresses der Deutschen
Gesellschaft für Sprach- und Stimmheilkunde (DGSS,
www.dgss-ev.org), der vom 26.-29. März 2009 in
Bochum stattfand.

Derzeit
werden in Deutschland zwei verschiedene Ansätze zur
Früherkennung von Spracherwerbsstörungen im
Vorschulalter verfolgt, für die Modellprojekte eingerichtet
wurden. Für Nordrhein-Westfalen wurde ein flächendeckendes
und vom Land finanziertes Früherkennungssystem von
Spracherwerbsstörungen eingeführt (Delfin 4), das für
alle 4 Jahre alte Kinder eine Vorsorgeuntersuchung vorsieht, dem
ein pädagogisches Sprachförderprogramm im Kindergarten
angeschlossen ist. Alle medizinischen Aspekte (A und B) werden wie
bisher der kinder- und jugendärztlichen Vorsorgeuntersuchung,
ggf. weiteren fachärztlichen Behandlungen, überlassen.
In Hessen hingegen soll die Früherkennung vollständig in
ärztlicher (pädiatrischer) Hand verbleiben.

Über
das Projekt Delfin 4 berichtete die Sprachheilpädagogin Frau
Professor Lilian Fried (Universität Dortmund) in einem
Hauptvortrag, die maßgeblich an der Entwicklung der
Testdiagnostik und des Förderprogramms verantwortlich
zeichnete. Delfin 4 berücksichtigt das rezeptive und
expressive Lexikon (Wortschatz), das Sprachverständnis,
Syntax (Satzbau) und morphologische Regelbildung (z.B.
Deklination, Konjugation). Aussprachestörungen (ehemals
„Dyslalien“ „Artikulationsstörungen“)
sowie Redeunflüssigkeiten (wie Stottern und Poltern) werden
bewusst nicht testdiagnostisch quantifiziert, sondern nur erfasst
und ggf. einer ärztlichen Behandlung zugeführt. Frau
Professor Fried konnte die Teilnehmer davon überzeigen, dass
Delfin 4 entgegen bisheriger Befürchtungen seitens der
Medizin ein valides Testinstrument ist.

Über
das Hessische Modellprojekt „Kindersprachscreening“,
„KiSS“,
berichteten die Hauptverantwortlichen Frau Professor Katrin
Neumann, Phoniaterin und Pädaudiologin der Universität
Frankfurt a.M. und Herr Professor Harald A. Euler, Psychologe an
der Universität Kassel. Das Screening ist ärztlich und
testspychologisch motiviert und wird durch das hessische
Sozialministerium gefördert. KISS
quantifiziert im Gegensatz zu Delfin 4 auch die Aussprache und
Redeunflüssigkeiten. KISS soll von Kinder- und Jugendärzten
anlässlich einer Vorsorgeuntersuchung bei 4 Jahre alten
Kindern durchgeführt werden und die rationelle fachärztlichen
Abklärung und Indikation von Sprachübungstherapie (z.B.
bei Logopäden) erleichtern. Die Evaluation des Verfahrens
zeigte, dass die Ergebnisse gut mit den wesentlich
zeitaufwendigeren, aber auch umfassenderen und für eine
Vielzahl von Altersgruppen normierten, diagnostischen Test
korrelierten. Wenn man den Untersuchern die zu erwartende
Prävalenz vorgibt (was der Situation in der Sprechstunde
eines Arztes entspricht), betrug die Sensitivitäten um 88 %
und die Spezifität 78 %. Diese Werte sind zwar nicht mit
pädaudiologischen Screenings oder laborchemischen Screenings
vergleichbar, aber für eine so komplexe und mehrdimensionale
Leistung wie der kindliche Spracherwerb erstaunlich hoch und
besser die bisherige Einschätzung durch informelle
Tests.
Etwa 5-7 % der Zweit- und Drittklässler haben
eine Störung des Schriftspracherwerbs (Lese- und/oder
Rechtschreibstörung, „Legasthenie“, Dtsch
Ärztebl, 2002, 99: 149, [Heft 12]; Dtsch Arztebl 2003; 100: A
396–406 [Heft 7]). Die phonologische Bewusstheit wird bisher
als Schlüsselfähigkeit für den Schriftspracherwerb
angesehen, weswegen in Rheinland-Pfalz (für einige Zeit) und
Schleswig-Holstein (bis heute) Präventionsprogramme etabliert
wurden. Die Übungstherapie zur Verbesserung der
phonologischen Bewusstheit wird außerdem oft zu Lasten der
Krankenkassen als Sprachtherapie, Indikation „SP2“,
verordnet. Frau Professor Renate Valtin, Professorin für
Grundschulpädagogik an der Humboldt-Universität Berlin,
zeigte in
einem Hauptvortrag
auf, wie ein Rechtschreiberwerb auch ohne dies Fähigkeiten in
Gang kommen kann, Ergebnisse, die mit den Anhängern der
bisherigen Lehrmeinung kontrovers diskutiert wurden. Festgehalten
werden kann zumindest, dass die unbedingte Notwendigkeit
altersdurchschnittlicher Leistungen der phonologischen Bewusstheit
zum Zeitpunkt der Einschulung, auch als Inhalt von Übungstherapie,
auf dem Prüfstand steht. Ärzte sollten diese
Entwicklungen mitgestalten, auch im Hinblick der aktuellen
Diskussion, welche Therapien als Basisleistung weiter von den
Krankenkassen bezahlt werden sollen und welche nicht.
Mehrere
Hauptvorträge beleuchteten die Probleme beim Laut- und
Schriftspracherwerb bei gleichzeitigem Angebot mehrerer Sprachen.
Dabei ist wichtig, das gleichzeitige Angebot richtig zu gestalten
und nicht den Spracherwerb einfach auf eine Sprache zu reduzieren.
Frau Dr. Cornelia Frigerio Sayilir (Logopädin und
Sprachheilpädagogin an der Pädagogischen Hochschule
Bern, Schweiz) stellte in ihrem Hauptvortrag eine
Untersuchungsmethode vor, die darauf abzielt, die spontane,
intuitive Verwendung mehrerer Sprachen in einer Familie zu
analysieren und darauf individuelle Handlungsverbesserungen für
die Eltern abzuleiten: Gezielte Beeinflussung der Familie und
deren Verwendung der Sprachen statt („nur“) Abwälzung
des Problems in eine Sprachtherapie. Besonders wichtig für
alle Ärzte, die Rechtschreibtests durchführen, z.B.
Kinder- und Jugendpsychiater sowie Phoniater und Pädaudiologen,
war der Hauptvortrag von Frau Priv.-Doz. Edith Slembek,
Universität Lausanne. Sie demonstrierte – systematisch
und in eindrucksvollen Beispielen - muttersprachliche Einflüsse
auf das Schreibenlernen. Die durch die Muttersprache beeinflussten
Wahrnehmungsfehler lassen sich leicht mit Wahrnehmungsfehlern
aufgrund AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung,
F80.20) verwechseln, sind aber eben
nicht
Folge dieser Krankheit. Die Auswertung muttersprachliche Aspekte
wird von den verfügbaren Rechtschreibtests und deren
Fehleranalysen nicht unterstützt. Frau Slembek zeigte, wie
man diese Einflüsse in Ergänzung zum diagnostischen
Rechtschreibtest systematisch erfasst und in Hinweise für ein
Training umsetzt.
Viele Ärzte kennen die Auswirkungen
akuter oder chronischer Heiserkeiten bei Lehrern und Probleme mit
Krankschreibungen. Zwar ist die Prophylaxe durch „Stimmbildung“
in den meisten Bundesländern ein fester Bestandteil der
Ausbildung zum Grundschullehrer, nicht aber zum Gymnasiallehrer.
Frau Dr. phil. Susanne Voigt-Zimmermann, Sprechwissenschaftlerin
und Sprachtherapeutin an der Universität Heidelberg, und Herr
Priv.-Doz. Dr. Michael Fuchs, Phoniater und Pädaudiologie am
Universitätsklinikum Leipzig, berichteten über bisherige
Erfahrungen und zukünftige Pläne zur Einführung
einer ärztlichen Stimmeignungsuntersuchung bei Bewerbern für
den Lehrerberuf und zum Stimmbildungsunterricht im Lehrerstudium.
75.
Kongress „Stimme – Sprache – Lebensalter“ 19.
bis 21. April 2007 in Salzburg
Der
Kongress der DGSS fand vom erstmals in Österreich, in
Salzburg, statt.

Veranstaltungsort
war der Heffterhof, der gediegene Räumlichkeiten zur
Verfügung stellte.

Kongresspräsident
war Dr. Josef Schlömicher-Thier, der die Veranstaltung mit
Souveränität und Herz vorbereitete. Das Motto "Stimme
– Sprache – Lebensalter:
Krankheit, Beeinträchtigungen, Behinderungen"
zielte auf die Stimm- und Sprachprobleme der drei Generationen
unserer Gesellschaft: Kinder, die von Spracherwerbsstörungen
und eingeschränkten Bildungschancen bedroht sind, die
"mittlere Generation", die die sozialen Lasten und die
Kosten im Gesundheitswesen zu tragen hat und in den meisten
Berufen eine gute sprachliche und stimmliche Leistungsfähigkeit
benötigt und die wachsende Population alter und hochbetagter,
oft multimorbider stimm- und sprachgestörter Menschen,
beispielsweise mit Aphasie oder Dysarthrophonie, denen dank
moderner Medikamente und Operationen zwar ein langes Leben
vergönnt ist, aber nicht mehr "mitreden" können
und dadurch vom Geschehen "abgehängt", teils sogar
isoliert sind. Wohl jeder wird bei der täglichen Arbeit mit
den spezifischen Problemen einer jeden Generationen zu tun haben.
Der Kongress der DGSS zeigte Lösungen auf und der
September-Ausgabe 2007 der Zeitschrift LOGOS Interdisziplinär
sind ausgewählte Hauptvorträge abgedruckt.
Auf
der Mitgliederversammlung wurden der Präsident und die
Geschäftsführerin im Amt bestätigt und die
Satzungsänderung weiter vorangebracht. Der Gesellschaftsabend
fand im Probenraum des Festspielhauses statt. Dr.
Schlömicher-Thier sorgte für ein begeisterndes
musikalisches (und kulinarisches) Programm, das unvergessen
bleibt! Er selbst – nicht nur HNO-Arzt, sondern auch ein
ausgebildeter Opernsänger - sang die bekannteste
Papageno-Arie aus der Zauberflöte auf höchstem Niveau
(Foto). Ein lokaler Fernsehsender nahm fast die gesamte
Veranstaltung auf, die dann später für Salzburg Stadt
und Land zu sehen war. Auf der Veranstaltung wurde auch erstmals
der "Phonak-Preis der DGSS" zur Nachwuchsförderung
übergeben. Aus sechs eingereichten Beiträgen ging die
psychologische Dissertationsarbeit von Marcus Reeh aus Göttingen
mit dem Titel "Ausgewählte kognitive Leistungen und
gesundheitsbezogene Lebensqualität permanent hörgestörter
Kinder" als Sieger hervor. Die Zweitplazierte, Bianka Bruns,
Logopädin aus Mainz - mit einem Bewertungspunkt nur knapp
unterlegen -, erhielt für ihre Arbeit "Übergangsmechanismen
zwischen Alltags- und Hochleistungsstimme" einen
Anerkennungspreis. Der Posterpreis der DGSS war der Besuch einer
Aufführung im Festspielhaus und ging an Doris Schaller aus
Bern. Der Postertitel war: "Die Angehörigengruppe",
eine spezielle Form der psychosozialen Unterstützung der
Familien von Patienten nach Laryngektomie. Ein geführter
Rundgang hinter die Kulissen des Festspielhauses am Sonntagmorgen
rundete das Rahmenprogramm glanzvoll ab.
74. Kongress in Berlin, 22.-24.
April 2005 Programm Das
Thema des Kongresses war: "Die Sinne im Dienste von Sprache
und Stimme". Es wurden Hauptvorträge namhafter Experten
der Disziplinen Biologie (einschl. Zoologie), Physik und Technik
(einschl. Akustik), Medizin, Psychologie, Pädagogik, Phonetik
und sicher nicht zuletzt Logopädie gehalten.
Desweiteren
fanden angemeldete Vorträge zum Thema sowie freie Beiträge
(nur als Poster mit Kurzvortrag) statt.
73.
Kongress in Basel 2-4. Mai 2003  Das
Thema des Kongresses war: Sprache, Stimme und Emotion. Es waren
Hauptvorträge namhafter Experten der Disziplinen
Biologie (einschl. Zoologie, Physik und Technik (einschl.
Akustik), Medizin, Psychologie, Pädagogik, Phonetik und
sicher nicht zuletzt Logopädie zu hören. Des weiteren
fanden angemeldete Vorträge zum Thema sowie freie Beiträge
als Poster mit Kurzvortrag statt. Besondere Schwerpunkte der
Tagung waren:
Neurophysiologie
der Emotion
Evolution
der Emotion (insbes. bei Primaten)
Entwicklung
der Emotion (z.B. bei Kindern)
Emotionale
Auswirkungen von Kommunikationsstörungen (z.B. bei
Schwerhörigen und/oder Sprachgestörten, Emotionen bei
psychisch Kranken) Emotion
in Ausbildung und Therapie (z.B.Sprach- therapie, Stimmbildung,
Gesangsunterricht). Eine Podiumsdiskussion beschäftigte sich
mit dem Thema "Emotion: Kreuz oder Segen". Außerdem
fanden Workshops zu folgenden Themen statt:
Auditive
Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen Testung
der auditiven und kinetomotorischen Sensibilität
Emotionen
in der Körpersprache.
|
72.
Tagung 2001 in Rostock 8.-9. Juni 2001 Thema
"Sensorik und Sensibilität der Sprache". Statt
eines Tagungsbandes wird es eine von der Firma Karl Storz
gesponsorte CD-ROM geben. Beteiligte Fachgesellschaften
waren:
Deutsche
Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie,
Präsident: Prof. Dr. Eberhard Kruse
Deutsche
Gesellschaft für Sprachheilpädagogik, Präsident:
Dipl.-Päd. Kurt Bielfeld
Berufsverband
Deutscher Hörgeschädigter, Präsidentin: Frau C.
Hartmann-Börner
Deutscher
Bundesverband für Logopädie e.V., Präsidentin: Frau
Dietlinde Schrey-Dern
Gesellschaft
für angewandte Linguistik, Präsident: Priv.-Doz. Dr.
phil. Bernd Kröger, Institut für Phonetik, Uni Köln
Sektion
Klinische Psychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen
und Psychologen, Delegierte: Frau Prof. Dr. rer. nat. Christiane
Kiese-Himmel
Deutsche
Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychlatrie, Präsident:
Prof. Dr. Blanz
Deutsches
Kollegium für psychosomatische Medizin, Präsident: Dr.
med. E. Mans
Deutsche
Gesellschaft für Musiktherapie,Vorsitzender: Franz
Mecklenbeck, Vorsitzender der DGMT
Deutscher
Bundesverband Klinischer Sprechwissenschaftler e.V., Vorsitzende
Frau Dr. Leita Greifenhahn-Kelt
Verband
Deutscher Schulmusiker, Vorsitzender: Prof. Dr. Hans
Bäßier
Deutsche
Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikmedizin,
Vorsitzender: Prof. Dr. Wolfram Seidner.
71.
Tagung in Berlin 12.-13.03.1999 Die
71. Tagung fand in Berlin im Gedenken an Hermann Gutzmann sen. und
jun. mit dem Thema "Sprache und Musik" statt. Der
Tagungsband mit allen Vorträgen und Postern der 71. Tagung
ist im Buchhandel als Beiheft der Zeitschrift für
Dialektologie und Linguistik, Nr. 107, ISBN 3-515-07544-5, Franz
Steiner Verlag, Postfach 10 10 61, 70009 Stuttgart, zu bestellen.
70.
Jubiläumstagung
in
Münster, 14.-15.03.1997
Mit
Rücksicht auf die jährlich tagenden Kongresse der
assoziierten Gesellschaften und Verbände, die unter dem Dach
der DGSS organisiert sind, finden die Tagungen alle zwei Jahre
statt. Referate, Vorträge und Seminare werden unter ein
Rahmenthema von allseitigem Interesse gestellt. So fand die 70.
Jubiläumstagung in Münster vom 14.-15.03.1997 im
Gedenken an Max Nadoleczny mit dem Thema: "Frühförderung
im Alter von 0-3 Jahren" statt. Der Tagungsband der 70.
Jubiläumstagung mit allen Vorträgen und Postern ist für
DM 40.- im Sekretariat der DGSS verfügbar.
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